Ob man einfach den eigenen Hund fotografieren, die Tiere für Freunde und Bekannte ablichten oder sogar mit der Hundefotografie Geld verdienen will: Spaß macht das Fotografieren der Vierbeiner auf jeden Fall! Das ist Diana Mehner auch anzumerken: Mit Freundlichkeit und guter Laune geht sie auf die Hunde und ihre Besitzer zu – was sich letztlich auch in tollen Fotos niederschlägt. Wir haben die engagierte Hundefotografin nach ihren Erfolgsrezepten befragt.

EIZO: Welche Eigenschaften muss eine Hundefotografin mitbringen?

DM: Man muss Hunde lesen können, um ihre Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Dann muss man sich schnell auf den Charakter des Hundes einlassen und im relativ knapp bemessenen Aufmerksamkeitsfenster des Hundes möglichst viele gute Fotos herausholen. Dazu ist es extrem wichtig, dass man seine Kamera beherrscht und sich vorher überlegt hat, wo man welche Art von Fotos mit welchem Licht machen möchte. Und entscheidend ist natürlich die Geduld. Hunde funktionieren nicht wie Menschen. Sie sind, wie sie sind. Man kann nur das Beste draus machen. Wichtig ist aber auch, dass es einem egal ist, was Außenstehende beim Shooting von einem denken. Oft liegt man irgendwo auf dem Bauch herum und versucht, mit komischen Geräuschen die Aufmerksamkeit des vierbeinigen Models zu erregen. Ich habe damit nie ein Problem. Ich bin dann immer so „im Tunnel“, dass ich sogar Ängste wie meine Höhenangst oder meine Angst vor Zecken oder Spinnen nicht verspüre.

VORDERGRUND EINBINDEN: Das Einbringen eines Vordergrunds, der mit dem Hund und dem Hintergrund eine dritte Ebene bildet, macht fast jedes Bild besser. Suchen Sie daher Gräser, Äste oder Baumstümpfe. Nutzen Sie möglichst eine offene Blende, um Vorder- und Hintergrund sanft trennen zu können und die Betonung auf das Tier zu legen.

EIZO: Wo liegen die Herausforderungen in der Hundefotografie?

DM: Jeder Hund ist anders. Das gilt nicht nur für die äußeren Merkmale wie Größe, Farbe oder Fellstruktur. Noch viel mehr unterscheiden sich die Hunde im Charakter. Auch das Alter des Hundes spielt eine große Rolle. Welpen sind oft total verspielt und wild. Alte Hunde sind oft blind oder taub oder können sich nur noch eingeschränkt bewegen. Hinzu kommt, dass manche Hunde einfach sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. All das gilt es zu berücksichtigen.

 

EIZO: Bist du schon einmal gebissen worden?

DM: Richtig gebissen wurde ich zum Glück noch nie. Höchstens gezwickt, wenn sich ein Hund mal nicht ganz so vorsichtig ein Leckerchen abgeholt hat. Bei Actionshootings wird man schon mal umgerannt, wenn die Hunde direkt auf die Kamera (und die Fotografin) zurennen. Die Fotos vor dem Aufprall sind dann oft die besten Bilder.

IN ACTION: Lassen Sie die Hunde direkt auf die Kamera zulaufen: Das wirkt immer sehr dynamisch. Am einfachsten mit der Hilfe von Herrchen oder Frauchen umzusetzen, die hinter Ihnen stehen und den Hund anlocken. Kleine Hindernisse im Weg lassen den Hund springen, was zusätzlich Dynamik erzeugt.

EIZO: Eines deiner Markenzeichen ist das „Lustige Hundeportrait“. Wie bekommst du deine Freisteller so hin?

DM: Zunächst einmal überlege ich mir den passenden Hintergrund. Ich verwende einen weißen oder grauen Hintergrund, damit man keinen Farbsaum hat. Der ist wirklich aufwendig zu entfernen. Ich lasse mir gerne im Vorfeld Fotos vom Hund schicken, um den geeignetsten Hintergrund auszuwählen. Die Bilder sind sehr offenblendig fotografiert. Das sieht nicht nur schöner aus – die weichere Kante ist auch leichter freizustellen. Für die grobe Auswahl nutze ich das Schnellauswahlwerkzeug in Photoshop und verbessere dann über Kante verbessern. Problematisch ist vor allem fluffiges weißes Fell. Zum Schluss füge ich noch einen passenden farbigen Hintergrund und einen Schein hinter dem Hund hinzu. Nicht jede Hintergrundfarbe geht bei jedem Hund gleich gut. Für graue Hunde eignen sich besonders gut Hellblau oder Mint. Je intensiver die neue Farbe ist, desto problematischer ist die Freistellkante. Auch kurzhaarige Hunde müssen im Detail nachgearbeitet werden.

STUDIOPORTRÄTS ANFERTIGEN: Solche Studiobilder macht Diana Mehner offenblendig und am liebsten mit Weitwinkel – um die Nähe zu erzeugen. Am einfachsten weckt man die Aufmerksamkeit des Hundes mit Leckerchen: So entsteht der treue Blick. Vor Weiß oder Grau fotografieren, freistellen und Hintergrund einfärben.

EIZO: Wie sieht es in deiner „Digitalen Dunkelkammer“, also auf deinem Schreibtisch aus?

DM: Software-seitig nutze ich Adobe Lightroom für die Bildorganisation und die grundlegende Raw-Entwicklung. In Photoshop retuschiere ich dann Halsbänder, Leinen etc. weg. Und auch beim Hund darf die Beautyretusche nicht fehlen. Das betrifft oft die Zähne und das Fell. Dann betone ich noch die Augen und bringe das Fell zum Glänzen. Hardware-seitig nutze ich einen leistungsfähigen Desktop-Rechner und schon in meiner Ausbildung habe ich mir einen EIZO-Monitor angeschafft. In der Berufsschule wollten alle immer an dem einen EIZO-ColorEdge-Monitor arbeiten und für mich war klar: Ich brauche auch einen. Das war zwar kein ColorEdge, aber er hat mir lange gute Dienste geleistet und ich habe ihn regelmäßig kalibriert. Seit kurzem nutze ich den brandneuen ColorEdge CG2700S.

PERSPEKTIVE: AUF ODER UNTER AUGENHÖHE: Egal, wie groß oder klein der Hund ist: Möglichst auf oder sogar unter der Augenhöhe fotografieren. Das macht Tierporträts fast immer spannender als der Blick von oben. Als Hundefotografin liegt man daher sehr oft auf dem Boden. Wenn man von oben fotografiert, dann möglichst übertreiben und die Kamera direkt nach unten richten.

Bei der Nachbearbeitung setzt Diana Mehner auf Lightroom, Photoshop und seit neuestem auch auf den EIZO ColorEdge CG2700S.

EIZO: Wie sind deine Erfahrungen nach dem Umstieg auf den High-End-Grafikmonitor?

DM: Zunächst einmal ist der Schritt von 23 Zoll auf 27 schon spektakulär. Und durch die Kalibrierung hatte ich im Rahmen dessen, was der alte Monitor darstellen konnte, schon einen relativ guten Eindruck von meiner Bilddatei. Vor totalen Überraschungen war ich bei der Bestellung von Druckprodukten so halbwegs sicher. Aber Wunder kann man von einem Monitor, der keinen großen Farbraum hat, nicht erwarten. Durch den größeren Farbraum spielt die Farbdarstellung des CG2700S in einer völlig anderen Liga. Die Weichheit der Farb- und Graustufenübergänge ist wirklich überragend, der eingebaute Kalibrierungssensor ist ein absolutes Komfortfeature. In der Vergangenheit habe ich die Kalibrierung schon einmal vor mir hergeschoben. Jetzt kann ich das so programmieren, dass der Monitor das automatisch und in meiner Abwesenheit macht. Die Homogenität der Bilddarstellung ist für meine Augen schlichtweg perfekt. Was mich am meisten überrascht hat, ist die Auswirkung der mitgelieferten Lichtschutzblende. Die sorgt dafür, dass die Bilddarstellung noch einmal deutlich weniger durch Streulicht verfälscht wird. Der neue Monitor kam wie gerufen für die Produktion meines ersten Buchprojekts.

NACHTFOTOS SIMULIEREN: Den Nachtaufnahme-Effekt erreichen Sie am besten in der Blauen Stunde. Ein Aufsteckblitz mit Diffusor (ideal entfesselt leicht seitlich) sorgt für weiches Licht. Arbeiten Sie mit relativ langer Verschlusszeit, damit die Landschaft genügend Licht bekommt.

SPIELENDE HUNDE: Fliegendes Laub oder andere Gegenstände können ein Foto sehr dynamisch machen und zudem den Hund animieren. Am einfachsten ist es, wenn Ihnen ein Begleiter hilft und das Laub in Richtung Tier wirft. Halten Sie die Belichtungszeit kurz und sorgen Sie dafür, dass sich Blätter vor einem unscharfen Hintergrund abheben.

EIZO: Buchprojekt? Das klingt spannend. Was hat es damit auf sich?

DM: Im Herbst erscheint das Buch „Hundefotografie – So setzt du deine Fellnase liebevoll in Szene“ im Rheinwerk Verlag. Zusammen mit meinen Co-Autoren Sarah Stangl und André Bauer geben wir zahllose nützliche Tipps. Mein CG2700S hat mir die Gewissheit verschafft, dass ich dem Verlag meine Bilder in der perfekten Qualität geliefert habe.

 

EIZO: Wie geht’s bei dir nun weiter?

DM: Wir ziehen bald von Brandenburg zurück in Richtung Ostwestfalen oder in das Weserbergland. Eigentlich hatten wir ja unsere Wohnung aufgelöst und wollten mit unserem VW-Bus ein Jahr lang durch Europa reisen. Und dann kam Covid. Ganz vom Tisch ist diese Idee noch nicht. Auf jeden Fall möchte ich in Zukunft noch mobiler arbeiten und dabei auch das benachbarte Ausland einbeziehen. Unser Camper ist dazu die ideale Basis. Außerdem möchte ich meinen YouTube-Kanal weiter ausbauen.

UNGEWÖHNLICHE ORTE: Auch außerhalb der Natur lassen sich Hunde inszenieren. Achten Sie dabei auf die Erlaubnis der Grundstücksbesitzer.

Über Diana Mehner

Angefangen hat Diana Mehners Interesse an der Hundefotografie schon in der Ausbildung zur Werbefotografin. Im Rahmen ihres Projekts „Dogs of Paderborn“ hat sie zwischen 2016 und 2019 über 700 Hunde porträtiert. Was als einzelnes Projekt begann, bildet mittlerweile den Schwerpunkt ihrer Arbeit als selbstständige Fotografin. Mit ihrer Marke „Hallo Lieblingshund“ ist sie inzwischen eine feste Größe in der deutschsprachigen Hundefotografie-Szene. Anders als die meisten Hundefotografen ist sie aber nicht durch den eigenen Vierbeiner zur Hundefotografie gekommen – bei ihr war es andersherum. Direkt nach der Ausbildung hat sich die junge Fotografin selbstständig gemacht und sich zunächst auf die Themen Hochzeit, People und Businessporträts konzentriert. Doch im gleichen Zuge, wie das Thema Hundefotografie einen immer größeren Stellenwert in Mehners Arbeit einnahm, wuchs gleichzeitig auch der Wunsch nach einem eigenen Hund. So ist 2018 dann die kleine Jack-Russel-Mischlingshündin Leia bei Diana und ihrem Mann Hauke eingezogen und hält die beiden nach Kräften auf Trab. Seitdem bildet die Hundefotografie auch den Schwerpunkt von Mehners Arbeit. Neben Hunde-Shootings an unterschiedlichsten Locations erfreuen sich Diana Mehners „Lustige Hundeportraits“ großer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um Studiofotos, bei denen es darum geht, besonders witzige oder außergewöhnliche Gesichtsausdrücke des geliebten Vierbeiners festzuhalten. Einen hohen Wiedererkennungswert erhalten Mehners Hundeportraits durch das Licht-Setup mit zwei Softboxen sowie den farbigen Hintergründen, die in der Nachbearbeitung der Bilder hinzugefügt werden. Neben ihrer Fototätigkeit gibt sie regelmäßig Coachings, die gerne von anderen Hundefotografen gebucht werden, um von Mehners Arbeitsweise und Bildbearbeitungs-Workflow zu lernen.

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