LCD-Monitore nach Paneltyp

Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl eines LCD-Monitors für ein CMS ist der Paneltyp. Das LCD-Panel ist die Hauptkomponente jedes LCD-Monitors. Es gibt LCD-Panels in drei verschiedenen Bauarten:

  • IPS
  • VA
  • TN


Die Hauptmerkmale der einzelnen Paneltypen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Tabelle drucken
IPS VA TN
Blickwinkel (Farbverschiebung) Exzellent (fast keine Farbverschiebung) Sehr gut (geringe Farbverschiebung) Gut (erkennbare Farbverschiebung)
Reaktionszeit Gut Exzellent Exzellent
Kontrastverhältnis ca. 500:1 1.000:1 oder höher 1.000:1 oder höher
Gamut unabhängig vom Paneltyp
Preis Hoch Mittel Niedrig

Bei Grafikanwendungen ist der Blickwinkel sehr wichtig, insbesondere wenn erwartet wird, dass mehrere Personen aus verschiedenen Richtungen auf den Monitor schauen. Während die Farben bei IPS-Monitoren weitgehend gleich bleiben, wenn aus unterschiedlichen Richtungen auf den Monitor geblickt wird – von oben, von unten, von links und von rechts – zeigen sich bei VA- und TN-Monitoren Änderungen der Farbtöne.

Bei großen Widescreen-Monitoren kann sich für Betrachter, die direkt vor dem Monitor sitzen, manchmal der Farbeindruck von der Mitte zu den Rändern hin verändern, da die Betrachter die unterschiedlichen Bildschirmbereiche aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehen.

Ein höheres Kontrastverhältnis führt nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen. Wenn das Kontrastverhältnis zu hoch ist, erscheinen manche Helligkeitsabstufungen zu deutlich, so dass Bilder überstrukturiert wirken und es schwieriger wird, die Farben von Bildschirm und Endprodukt zu vergleichen. Die Möglichkeit zum Einstellen des Kontrastverhältnisses kann ebenfalls ein Kriterium zur Auswahl eines kalibrierfähigen Monitors sein.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte werden für Grafikanwendungen IPS- und VA-Monitore empfohlen.


Unterscheidung von LCD-Monitoren nach Gamut

Vergleich der unterschiedlichen Abdeckung der Farbräume

Bei modernen Monitoren lassen sich drei Gamut-Gruppen zuordnen.

  1. Adobe RGB-Gamut
  2. sRGB-Gamut
  3. Gamut entspricht mindestens sRGB, ist aber kleiner als Adobe RGB

Mit dem roten Dreieck ist der Adobe RGB-Gamut markiert, mit dem blauen Dreieck der sRGB-Gamut.

Ein dritter verbreiteter Gamut ist im NTSC-Standard definiert und wird unter anderem bei Video- und Fernsehgeräten eingesetzt. Das grüne Dreieck im Diagramm markiert 92 % des NTSC-Gamuts. Die im Diagramm dargestellten JMPA-Farben ergeben den typischen CMYK-Gamut. Bei der Wahl des Gamuts kommt es auf die Anforderungen von Einsatzzweck und Umgebung an. Um alle Farben von Adobe RGB-Daten oder CMYK-Druckdaten anzuzeigen, wird ein Monitor mit Adobe RGB-Gamut benötigt.

Selbst ein Monitor, der 92 % des NTSC-Gamuts anzeigt, wird niemals die lebendigen Grüntöne aus dem Adobe RGB-Gamut oder die Gelbtöne aus dem CMYK-Gamut anzeigen können.

In einem späteren Seminar werden wir uns unter anderem mit Methoden für den Einsatz von Monitoren mit großen Gamut befassen.


Ein CMS setzt kalibrierte Monitore voraus

Die für Farbmanagementsysteme (Color Management Systems, CMS) unverzichtbare Kalibrierung von Monitoren kann mit zwei unterschiedlichen Verfahren durchgeführt werden: Softwarekalibrierung oder Hardwarekalibrierung.

Weiterführendes zum Thema „Kalibrierung“

Alles über Monitor-Kalibirierung

Auswahl eines geeigneten Monitors für Softwarekalibrierung

1. Wählen Sie einen LCD-Monitor, bei dem Farbanpassungen möglich sind.

LCD-Monitore erzeugen Farben als Kombinationen aus Rot (R), Grün (G) und Blau (B). Die Anpassung der Farbwiedergabe erfolgt durch Erhöhung oder Herabsetzung der Verstärkung (d. h. der Leuchtstärke) der einzelnen RGB-Farben. Bei der Auswahl der Farbtemperatur für den Weißton, einem besonders wichtigen Schritt beim Anpassen von Monitoren, erfolgt die Anpassung der Farbwiedergabe durch Verstärkung oder Abschwächung dieser RGB-Farben.

Zum Beispiel wird für ein kaltes Weiß die Wiedergabe von Blau verstärkt.

Für ein warmes Weiß wird Rot verstärkt. Da solche Anpassungen nicht bei allen Monitoren möglich sind, lohnt es sich, diesen Aspekt bei der Monitorauswahl zu beachten.

2. Wählen Sie einen LCD-Monitor, bei dem sich die Leuchtdichte auf geeignete Werte einstellen lässt.

Moderne LCD-Monitore haben eine sehr hohe Leuchtdichte und erlauben damit eine sehr helle Bildwiedergabe. Dies führt dazu, dass sich die Helligkeit bei vielen Monitoren nur in begrenztem Maße reduzieren lässt. Dieser Aspekt ist wichtig für die Wahl eines Monitors.

Gewöhnliche Lichtquellen haben mitunter eine so geringe Helligkeit, dass es unmöglich ist, das Monitorbild der Farbwiedergabe auf bedrucktem Papier anzugleichen. Im unten dargestellten Beispiel ist rechts das Monitorbild des gedruckten Fotos in der Mitte mit hoher Leuchtdichte dargestellt. Bei der Entscheidung über einen LCD-Monitor ist es sehr wichtig, ein Modell zu wählen, bei dem die Leuchtdichte auf geeignete Werte eingestellt werden kann.

Einstellbarkeit Leuchtdichte bei LCD-Monitoren

3. Wählen Sie einen Monitor mit möglichst guten Helligkeitsabstufungen.

Softwarekalibrierung dient nicht nur der Einstellung eines guten Weißtons, sondern soll auch für eine optimale Helligkeitsabstufung sorgen. Deshalb ist es wichtig, einen Monitor mit guten Abstufungseigenschaften ohne Tonwertabrisse oder -verschmelzungen (Banding) zu wählen.

Vergleich Graukeil : optimale Helligkeitsabstufung vs. Schlechte Abstufungseigenschaften

Bei vielen Monitoren ist die Helligkeitsabstufung ab Werk nicht optimal eingestellt. Dies zeigt sich besonders bei der Wiedergabe sehr feiner Bildstrukturen, zum Beispiel bei Haaren oder Stofffalten.

Es ist also empfehlenswert, einen Monitor zu wählen, der bereits in der Grundeinstellung gute Abstufungseigenschaften hat.

Auswahl eines geeigneten Monitors für Hardwarekalibrierung

Ein Vorteil der Hardwarekalibrierung ist die einfache und präzise Kalibrierung, die bei diesem Verfahren mit geeigneter Hardware (d. h. einem geeigneten Monitor) und spezialisierter Software möglich ist.

Bei der Hardwarekalibrierung werden wichtige CMS-Eigenschaften wie Farbtemperatur (Weißbalance oder Weißpunkt) und Leuchtdichte automatisch konfiguriert. Wenn diese einfachen Anpassungen jedoch nicht mit der erforderlichen Genauigkeit durchgeführt werden oder die Profile für das Color Management System nicht sorgfältig vorbereitet wurden, wird der erzielte Effekt unbefriedigend bleiben.

Da es auch bei Monitoren, die ausdrücklich für Hardwarekalibrierung spezifiziert sind, große Unterschiede gibt, sollte ein Monitor mit überzeugender Gesamtleistung gewählt werden.

Themenübersicht

Farbmanagementsysteme sind integrierte Lösungen, die für eine einheitliche Wiedergabe von Farben mit allen Eingabe- und Ausgabegeräten sorgen sollen.

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