15.02.2018

Was macht eigentlich einen ColorEdge zum ColorEdge?

von Christian Ohlig

ColorEdge – so heißen bei EIZO die Grafik-Monitore. Aber was sind eigentlich Grafik-Monitore und warum braucht man überhaupt spezielle Monitore für grafische Anwendungen? Viele User denken: „Das sind digitale Daten, da kann man doch nichts falsch machen.“ Dass das nicht ganz so einfach ist, merkt man spätestens dann, wenn die eigenen Ausdrucke immer ganz anders aus dem Drucker kommen, als man es sich gewünscht hat.

Der Ausdruck „Digitale Dunkelkammer“ illustriert das Thema gut: Natürlich kann man mit jedem modernen Smartphone Fotos machen und sie mit jedem Computer bearbeiten. Aber ab einem gewissen Anspruch braucht man eine entsprechende Fotoausrüstung, Software oder auch Drucker. Und genauso wie ein Office-Drucker relativ ungeeignet ist, hochwertige Fotos auszudrucken, hat auch ein Office-Monitor – bei EIZO heißen sie FlexScan – seine Schwierigkeiten, visuelle Inhalte perfekt anzuzeigen. Deshalb braucht man Grafik-Monitore.

Was macht einen Grafik-Monitor aus?

ColorEdge Grafik-Monitore sind speziell für die hohen Ansprüche kreativer Anwender entwickelt worden. Das merkt man an den folgenden Features:

1. Farbraum

Ein herkömmlicher Office-Monitor kann meist bestenfalls den sRGB-Farbraum darstellen. Den deutlich größeren und in der Fotografie weit verbreiteten Farbraum AdobeRGB decken sie nicht ab. ColorEdge-Monitore hingegen können mit ihren Wide-Gamut-Panels nicht nur de facto den kompletten (99 %) AdobeRGB-Farbraum darstellen (Ausnahme CS230), sondern auch zahlreiche Druckfarbräume präzise simulieren.

Foto: EIZO Wide Gamut
Foto: EIZO Wide Gamut
sRGB
Adobe RGB

2. Look-Up-Table (LUT)

Während die meisten Office-Monitore mit einer 8-Bit-LUT arbeiten, verfügen ColorEdge-Monitore über eine 16-Bit-LUT. Damit stehen nicht nur einige Millionen, sondern Milliarden unterschiedlicher Farbtöne zur Verfügung. Das garantiert auch im 10-Bit-Workflow immer genug Farbabstufungen, um Verläufe perfekt darzustellen.

Foto: EIZO Farbtiefe
8-Bit und 10-Bit-Darstellung

3. Homogenität

Kein LCD-Panel ist unkorrigiert völlig homogen. Bei der Bearbeitung grafischer Inhalte muss man sich als Nutzer jedoch sicher sein können, dass Abschattungen oder Farbstiche tatsächlich in der Bilddatei stecken und nicht vom Monitor herrühren. Deshalb wird jedes ColorEdge-Panel im Werk über die ganze Panelfläche und in unterschiedlichen Sektoren und Helligkeitsstufen ausgemessen und korrigiert. Dieses Verfahren – Digital Uniformity Equalizer (DUE) genannt – ist zwar aufwendig, aber der einzige Weg zu einer garantiert homogenen Bilddarstellung über die gesamte Monitorfläche.

Color Navigator Color Management

4. Software

Ausschließlich für EIZO ColorEdge-Monitore gibt es die Kalibrierungssoftware ColorNavigator. Der ColorNavigator unterstützt neben den integrierten Messgeräten mehr als 20 Aufsatz-Messgeräte und ermöglicht eine schnelle, einfache und präzise Hardwarekalibrierung.

5. Hardwarekalibrierung

Anders als Office-Monitore sind ColorEdge-Monitore hardwarekalibrierbar. Das bedeutet, dass der Monitor selbst justiert wird, indem man die Look-up-Table (LUT), also die interne Farbzuordnungstabelle des Monitors, modifiziert. Anders als die Softwarekalibrierung ist dieses Verfahren verlustfrei und deshalb die richtige Methode für unsere ColorEdge-Monitore. Die Modelle der CG-Serie verfügen sogar über einen eingebauten Kalibrierungssensor, der eine automatische Kalibrierung ermöglicht. So kann die Kalibrierung, je nach Einstellung, beispielsweise über Nacht erfolgen. Das kann Zeit und somit Geld sparen.

Factory Adjustement

6. Werkskalibrierung

Jeder einzelne ColorEdge wird im Werk perfekt kalibriert. So stellen wir sicher, dass wir keine Fertigungstoleranzen haben und bei der Rekalibrierung nur die Alterung des Monitors nachgeführt werden muss. Das macht unsere Kalibrierung so schnell und einfach.

Zusammengefasst - Das macht einen Grafik-Monitor aus:

  1. Großer Farbraum
  2. Präzise Farbdarstellung
  3. Gleichmäßige Farbwiedergabe und Helligkeit
  4. Exakte Hardware-Kalibrierung
  5. Verlässliche und intuitiv bedienbare Farbmanagement-Software

Ihr seht: Wir betreiben einen ziemlich großen technischen Aufwand und ein ColorEdge unterscheidet sich in zahlreichen Details von herkömmlichen Monitoren. Der ColorEdge CS2420 stellt den Einstieg in EIZOs Grafik-Monitor-Linie mit großem Farbraum dar. Der 24-Zöller bringt alles mit, was man mindestens braucht, um farbverbindlich arbeiten zu können und ist mit 699 € (UVP) auch für viele Hobbyfotografen erschwinglich.

Zu einzelnen Themen wie z.B. LUT oder Hardwarekalibrierung wird es hier im Blog demnächst noch separate Postings geben. Wenn ihr noch etwas tiefer in das Thema einsteigen wollt, empfehle ich euch unsere Kaufberatung für Grafik-Monitore. Viele weitere Infos zum Thema Farbmanagement und Kalibrierung findet ihr im Bereich Praxiswissen.